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Kleines Wäschelexikon

Ob wir im Sprachgebrauch „Unterwäsche“, „Dessous“ oder „Lingerie“ sagen – alle drei Begriffe haben eines gemeinsam: sie bezeichnen die Damen“unter“bekleidung. Das kleine Wäschelexikon bringt Ihnen die gängigen Begrifflichkeiten aus der Welt der Dessous ein wenig näher.

Kleines Wäschelexikon für Unterwäsche, Dessous oder Lingerie

Unterwäsche, Dessous oder Lingerie –

wie heißt „das Darunter“ denn eigentlich?

 

Unterwäsche ist der Oberbegriff für das „Darunter“. Wir assoziieren mit diesem Begriff leider oft „langweilige Feinrippware“ in weiß, schwarz oder hautfarben. Dies ist wirklich schade, denn für Unterwäsche gibt es schöne Baumwolljerseys – uni oder gemustert, ganz nach Ihrem Geschmack. Darüber hinaus kommt es darauf an, welcher Schnitt gewählt wird und welche Farben und Stoffe wir kombinieren. So erhält auch „normale Unterwäsche“ einen Hauch von Luxus.

Dessous ist das französische Wort für Unterwäsche. Allein beim Klang der französischen Wortwahl schwingt schon die Eleganz für das „Darunter“ mit. Und wenn Sie namhafte französische oder italienische Hersteller kennen, dann wissen Sie, mit wieviel Fingerspitzengefühl, Schönheitssinn und außergewöhnlichen Materialien und -kombinationen sie ihre Produkte fertigen.

Lingerie ist das i-Tüpfelchen der Synonyme für Unterwäsche. In unseren Breitengraden wird Lingerie leider oft auf „Reizwäsche“ reduziert. Dabei steht das Produkt für Eleganz, Luxus, hochwertige Materialien und Wohlgefühl pur. In südlichen Ländern lächeln Frauen über die Degradierung auf „Reizwäsche“. Für sie ist Lingerie eine Selbstverständlichkeit – eben ein Ausdruck ihrer Weiblichkeit!

BH-Modelle

Ein Balconett (frz.: kleiner Balkon) – hebt die Brust. Er wird gerne unter weit ausgeschnittenen Oberteilen getragen, da die Träger weit außen angebracht sind. Der eher seitlich sitzende Träger übt auch dort einen gewissen Zug auf das Cup aus. So wird die Brust seitlich schön gestützt.

Nicht jede Frau trägt gerne einen Bügel-BH. Ganz ohne Unterstützung der Brust geht es aber auch nicht immer. Eine schöne Alternative zum Bügel-BH ist ein bügelloser BH oder ein Bustier. Beide sind in einer sportlichen Variante erhältlich, bei der die Brust durch feste Wäschestoffe gestützt wird. Aber auch in eine weitaus femininere Version steht zur Auswahl. Bei dieser sind die Cups ausgeformt.

Als Minimizer bezeichnet man BHs, die durch ihre Schnittführung und entsprechend stabile Materialien eine große Brust optisch verkleinern. In der Regel sind diese BHs recht hoch geschnitten, damit das Brustgewebe gut im Cup liegt.

 

Rund um Braut-Dessous und Corsagen

Porte-Jarretelles (frz. / Strumpfhalter) – ein Hüftgürtel, der unter dem Slip getragen wird. Auf den meisten Fotos in Fachzeitschriften und Magazinen wird der Strumpfhalter über dem Slip getragen abgebildet. Ich denke, dies dient in erster Linie der Verkaufsstrategie, das Produkt ins rechte Licht zu rücken. Denn rein logisch darüber nachgedacht, wird schnell klar, daß ein Strumpfband, welches über dem Slip getragen wird, beim Gang zur Toilette eher hinderlich ist…

Strumpfhalter finden Sie oftmals auch direkt an einer Corsage. Eine solche Corsage bezeichnet man in der Fachsprache als Torselette.

Als Zwickel bezeichnet man den Teil in einem Slip, der Vorder- und Rückenteil miteinander verbindet. Also der Teil, der im Schritt liegt und mit Baumwolljersey belegt ist.

 

Auch BHs werden von Laminat unterstützt

BHs und Bikini-Oberteile werden in zwei Formen angeboten: mit Schalencup– oder mit Softcup. Das Schalencup unterscheidet sich vom Softcup dadurch, daß es mit einem Schaumstoffpolster (Fachbegriff: Laminat) unterlegt wird, wohingegen das Softcup aus einem stabilisierenden Futter, Wäschestoff und Spitze gefertigt wird.

Meist wird der Begriff „Laminat“ heutzutage mit Bodenbelag in Verbindung gebracht. „Laminieren“ heißt jedoch nichts anderes, als Schichten miteinander zu verbinden. Man kennt „laminieren“ auch aus dem Büroalltag, wenn Papiere zwischen eine Folie gepreßt werden, um sie vor Wasser zu schützen. Bei den Schaumstoffeinlagen ist es nichts anderes. Hier wird ein Schaumstoff mit Jersey oder einem Kunstfaserstoff überzogen. Aus diesen „Platten“ werden BH-Cups oder auch Polsterungen für BH-Träger.

In der Industrie werden diese Platten über runden Formen heiß gepreßt und ergeben so ein nahtloses BH-Cup. In der Maßschneiderei wird das Laminat etwas anders weiterverarbeitet. Wir fertigen ja nach körpereigenen Maßen der Kundinnen. Damit ich die optimal passende Cup-Form erhalte, arbeite ich mit Teilnähten im Cup. Diese werden mit einem feinen Nahtband überzogen, so sind die Nähte angenehm auf der Haut zu tragen. Das Laminat-Cup hat immer dieselben Teilnähte wie das Stoff-/Spitzencup. Dadurch sieht man durch den Oberstoff des BHs keine weiteren Nähte hindurchblitzen.

 

Begrifflichkeiten, deren Bedeutung im Laufe der Geschichte verändert wurden

Der Begriff „Boudoir“ ist eine Ableitung des französischen Verbs „bouder“, was so viel bedeutet wie „schmollen“, „schlecht gelaunt sein“ oder „jemandem aus dem Weg gehen“. Ein Boudoir war daher im ursprünglichen Sinne nicht mehr, als ein Rückzugsort, meist für die Dame des Hauses. Dem Marquis de Sades ist es zu verdanken, daß das Boudoir im 18. Jahrhundert ein wenig „in Verruf geraten“ ist. Denn er belebte seine Romane gerne mit erotischen Geschichten, die sich in diesem Raum abspielten. Daher ist es kaum verwunderlich, daß dem Begriff auch heute noch eine gewisse Erotik anhaftet. Man kennt ihn vor allem aus der Fotografie, um damit einen bestimmten Stil zu beschreiben.